Die Private Krankenversicherung
Private Krankenversicherungen sind besonders eifrige Werber. Eigentlich nicht die Versicherungen selbst, sondern die zahlreichen Vermittler, die sich gerne
eine Provision verdienen. Mindestens zwei E-Mails pro Woche findet man im Briefkasten, obwohl das eigentlich überhaupt nicht erlaubt ist. Dabei ist das reine
Bauernfängerei. Denn ein Beitrag von unter 100 Euro für eine private Krankenversicherung für einen über Sechzigjährigen, das ist einfach nicht möglich. Da
kann man lange im Bereich PKV vergleichen, bis man schließlich doch aufgibt. Doch solche Werbung diskreditiert sich die private Krankenversicherung
selbst.
Wer Krankenversicherungen vergleichen möchte, der muss zunächst vergleichen: private Krankenversicherung oder gesetzliche Krankenversicherung? Und da stellt
sich schnell heraus, dass so ein Vergleich nur dann sinnvoll ist, wenn die private Krankenversicherung überhaupt zum Zuge kommen kann. Denn in vielen Fällen
kommt sie nicht in Frage, weil der Versicherte die maßgebende Einkommensgrenze überhaupt nicht erreicht.
Man kann natürlich auch innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherungen vergleichen. Solche mit Zusatzbeiträgen sollte man unbedingt meiden. Sie haben ihre
Kosten nicht im Griff. Und bei den Zusatzversicherungen sollte man vorsichtig sein und nur das abschließen, was sinnvoll ist; meist lohnt sich dies
allerdings nicht. In diesem Bereich kann man dann allerdings, wenn man Krankenversicherungen vergleichen möchte, auch wieder private Krankenversicherungen
einbeziehen.
Doch noch einmal zurück zu den Thema private Krankenversicherung. Selbst wenn man die Einkommensgrenze überschreitet, darf man nicht einfach innerhalb der
PKV vergleichen, sondern muss zunächst mit der gesetzlichen Krankenversicherung, die als freiwillige Versicherung auch bei Überschreiten der Einkommensgrenze
weiter geführt werden kann, vergleichen. Der Grund ist in der unterschiedlichen Beitragsstruktur zu sehen. In der freiwilligen Krankenversicherung gibt es
einen Höchstbetrag, der bei einem Verdiener für die ganze Familie gilt. Bei der KKV muss aber jedes Familienmitglied, auch das Baby, einen eigenen Beitrag
bezahlen. Dazu kommt noch, dass die private Krankenversicherung den Beitrag anhand des Lebensalters festlegt. Wer in jungen Jahren eintritt, kommt günstig
weg, wer erst im Alter beitritt, zahlt horrende Beiträge. Deshalb ist die eingangs erwähnte Werbung auch so widersinnig – so wie das Kabelfernsehen, das
ständig mit günstigen Anschlusskosten für schnelles Internet wirbt, und wenn man dann bestellt, heißt es: Pech gehabt.
Eine private Krankenversicherung kann man bei verschiedenen Gesellschaften abschließen. PKV vergleichen ist deshalb durchaus sinnvoll. Doch gilt dies nicht
einfach für die Prämie. Beim PKV vergleichen muss man als erstes festlegen, welchen Versicherungsschutz man denn eigentlich haben will. Und dann muss man die
PKV vergleichen. Schließlich gibt es, um nur ein Beispiel zu nennen, mehr oder weniger große Selbstbehalte, durch die man den Beitrag kräftig drücken
kann.
